Tierser Alpl  – Zwischen Tradition und Moderne

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Es steht am Tierser Sattel zwischen Schlern, Langkofel und Rosengarten, an der Grenze zwischen Trient und Südtirol – das Schutzhaus Tierser Alpl. Wir haben hier auf unserer viertätigen Hüttentour im Naturpark Rosengarten-Schlern übernachtet. Das auffällige Schutzhaus liegt strategisch günstig, da sich hier mehrere Wanderwege kreuzen, die durch den Naturpark Schlern-Rosengarten führen. Egal ob man vom Schlern zum Lang- und Plattkofel wandert oder – wie wir – vom Rosengarten zur Seiser Alm, man kommt immer hier vorbei. Und die Hütte ist schon von Weitem zu sehen. Denn das leuchtend rote langgezogene Blechdach mit seinen Gauben bildet einen auffälligen Kontrast zu den schroffen Felsen der Rosszähne, einer spektakulären Dolomit-Formation, die direkt hinter der Schutzhütte in den Himmel ragt.
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Nach einer anstrengenden Wanderung kann man sich in den beiden modern, aber gemütlich eingerichteten Gaststuben mit gutem Essen belohnen und dabei durch die großen Panoramafenster den Blick auf die wunderbare Bergkulisse genießen. Die Hüttenwirtsleute Judith und Stefan bieten vor allem Gerichte aus der Tiroler Küche mit mediterranem Einschlag an. Alle Speisen werden täglich frisch zubereitet, mit Zutaten die, wenn möglich, aus der Umgebung stammen. So kommt etwa der Speck direkt vom Bauern und das Gemüse sowie die Gewürze und Kräuter aus dem eigenen Garten in Kastelruth. Auf der Getränkekarte finden sich neben mehreren Sorten Bier, das unter anderem, aus Völs am Schlern kommt, auch ein paar gute Weine, zum Beispiel vom Kalterer See. Bei einem reichhaltigen Frühstück, das für eine Berghütte eine ungewöhnlich große Auswahl bietet, können sich die Gäste für ihr nächstes Bergabenteuer stärken. Wir haben uns in der Tierser Alpl rundum wohl gefühlt. Alles ist sauber und das Personal freundlich. Und die Lage ist ohnehin ein Traum.

Die Geschichte reicht bis in die Nachkriegszeit

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Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Schutzhauses beginnt in der Nachkriegszeit. Der Bergführer Max Aichner aus Tiers, stand damals vor der Frage, ob er weiterhin am Hungertuch nagen oder abwandern will, wie es so viele seiner Landsleute damals taten. Doch er konnte sich nicht vorstellen, seine geliebten Berge zu verlassen. Als sein Bruder Franz in den 50er Jahren schließlich die Idee hatte, bei den Rosszähnen, in 2.440 Metern Höhe, ein Schutzhaus zu bauen, packte er deshalb die Gelegenheit beim Schopf. Er kaufte sich von der Gemeinde Tiers dort oben 200 Quadratmeter Boden und zog im August 1957, mit einer hölzernen Schubkarre, einer Schaufel und einem Pickel, durchs Tschamintal bis hinauf zu den Rosszähnen, um an deren Fuße seinen Traum von einer eigenen Berghütte zu realisieren. Dafür verwendete er Ziegel, die er mit dem vorhandenen Material an Ort und Stelle goß. Im Jahr 1963 war es dann endlich soweit: Nach jahrelanger Schinderei in einsamer Höhe, konnte er das Schutzhaus einweihen. Im Jahre 1969, eröffnete er dann den Maximilian-Klettersteig über die Rosszähne und zur Roterdspitze und im Jahre 1986 den Laurenzi-Klettersteig auf den Molignon. Die Tierser Alpl ist bis heute in Familienhand geblieben. Seit fast 30 Jahren führen Aichner’s Tochter Judith und ihr Mann Stefan das Werk ihres Vaters fort. In dieser Zeit hat sich viel getan: Die Schutzhütte wurde fünfmal erweitert. Im Jahre 2015 erhielt sie zusätzlich ein vollkommen neues und modernes Aussehen. Den Entwurf für das neue Erscheinungsbild, lieferte das Kastelruther Architektur-Büro Senoner Tammerle. Dafür gab es dann auch den Südtiroler Architekturpreis 2015.
Die Tierser Alpl unterscheidet sich nicht nur äußerlich von typischen Berghütten, sondern bietet auch innen relativ viel Komfort. Es gibt Schlafräume mit 4 bis 12 Betten, die mit Bettwäsche ausgestattet sind, 2- bis 3-Bett-Zimmer, bei denen es zusätzlich Handtücher gibt und sogar Zimmer mit Duschen für 2 bis vier Personen. Pro Stockwerk stehen ein Waschraum, getrennte Toiletten sowie, zwei Duschen für Frauen und Männer zur Verfügung, deren Benutzung kostenpflichtig ist. Die Preise pro Person und Nacht liegen zwischen 52 Euro 73 Euro mit Frühstück und zwischen 78 Euro und 99 Euro mit Halbpension. Kinder bis zum 12. Geburtstag: bekommen 20 % Ermäßigung.
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Gut zu wissen:

Es wird nur Barzahlung akzeptiert. Wanderer können ihr Gepäck auch auf die Hütte transportieren lassen. Übernachtungen mit Hunden sind nur nach vorheriger Absprache möglich und kosten € 10 pro Hund und Nacht.

Steckbrief:

Anfahrt:

mit dem Auto
Von Norden kommend, geht es auf der Brennerautobahn A22 bis zur Ausfahrt Klausen/Grödnertal, von dort weiter auf der Staatsstraße in Richtung Bozen bis nach Waidbruck. In Waidbruck nehmen Sie die Straße Richtung Kastelruth/Schlerngebiet, bis zur Ausfahrt Klausen/Grödnertal und fahren weiter bis Seis am Schlern. Wer sich die Maut sparen will, fährt über die Brenner-Straße SS12, von Innsbruck in das Etschtal und über Waidbruck nach Kastelruth, Seis. Wenn Sie von Tiers und St. Zyprian aus zur Tierser Alpl aufsteigen wollen, fahren Sie einfach durch Seis durch, weiter nach Völs und Tiers.

Von Süden kommend, verlassen sie die Brennerautobahn über die Ausfahrt Bozen Nord. Auf der SS12 geht es weiter bis Blumau, wo sie entweder nach Tiers abzweigen oder über Völs am Schlern, St. Konstantin nach Seis fahren können. Eine Auffahrt auf die Seiser Alm und nach Kompatsch ist in der Zeit von 9 bis 17 Uhr nicht möglich. In dieser Zeit ist die Straße für den Privatverkehr gesperrt. Der Parkplatz in Kompatsch ist kostenpflichtig, während es in Tiers – Weisslahnbad möglich ist, kostenlos zu parken.
mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Von den Bahnhöfen Bozen und Brixen aus fahren die Busse Nr. 170 (Bozen) beziehungsweise 171 (Brixen) bis zur Talstation der Seiser Alm. Von Bozen aus dauert die Fahrt 40 Minuten, von Brixen aus 53 Minuten. Die Seilbahn bringt Sie auf die Seiser Alm nach Kompatsch, von da aus geht es zu Fuß weiter. Alternativ können Sie vom Bahnhof Bozen auch mit dem Bus Nr. 185 bis Tiers/St. Zyprian fahren.
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